Fallen Angel
{PLACE_CONTENT}
{PLACE_POWEREDBY}


Banshee
  Startseite
    Gedanken
    Todesfälle
  Über...
  Archiv
  Claudy 666
  Engel
  Anneliese.....
  Geht die Jugend zum Teufel?
  Blut
  Letzter Augenblick
  Warum Papi??
  Werbung
  Test´s aus dem Internet
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Schwarze Rose

http://myblog.de/deaths

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Blut

Feuerrot brannten die Wolken als die Sonne die Stadt verliess. Wie in Trance schleppte sie sich durch die Strassen. Erst hatte sie gefroren, doch jetzt hatte sich ihr Koerper erwaermt. Er fuehlte sich warm an, wie das Blut, das aus ihrem Arm gequollen war. Ihre Bluse klepte an jener Stelle jetzt, fast trocken, doch schmerzlich erinnerte sie mit jeder Bewegung an das was geschah vor einer kleinen Ewigkeit.
Wohin sie ging wusste sie nicht, nur eines, dass sie nicht nach Haus wollte, nie mehr vielleicht.
Dann, als sie nochmals zum Himmel schaute, weg von der Sonne in die kommende Dunkelheit; es war dann dass sie die Einsamkeit wieder spuerte. Nur sie gab noch und niemand sonst.
Ploetzlich erschien ein Tor vor ihr, aus verrostetem Eisen, mindestens doppelt so hoch wie sie und dahinter lag der Platz nachdem sie sich so lange gesehnt hatte. Sie wusste von der Lucke im Zaun nur ein paar Schritte entfernt und als sie sich durchgezwaengt hatte, ging sie zu jenem Grab unter der einsamen Trauerweide. Langsam sank sie in die Knie und legte ihren schweren Koerper auf die Steinplatte. Sie koennte sterben jetzt, in diesem Moment; tief in ihr wusste sie dass sie es wollte. Dann koennte sie hier bleiben, fuer immer.
Sie nahm das Messer aus ihrer Jeans. Es gehoerte ihrem Vater. Schon als sie noch ein Kind gewesen war hatte er es immer bei sich getragen. Erst vor ein paar Tagen hatte er es verlegt und sie hatte es gefunden.
Sie setzte sich auf und lehnte ihren Overkoerper gegen den Grabstein. Vorsichtig schob sie den Aermel ihrer Bluse hoch. Sie zuckte zusammen als sie erwas verkrustetes Blut von der Wunde riss. Langsam quollte es wieder aus dem tiefen Einschnitt, so wunderschoen. Es war etwas ganz besonderes, Blut. Nichts eigentlich und doch alles. Sie liess das Messer aus ihrer Hand gleiten, um dann ihren kleinen Finger in das warme Nass zu tunken. Die Dunkelheit hatte sie fast umhuellt jetzt, als sie den Finger auf ihre Wange legte. Ganz sanft fuhr sie ueber ihre Haut und dann ueber ihre Lippen. So zart, so menschlich.
Sie hob das Messer auf und oeffnete es. Nichts besonderes eigentlich. Rostfreies Stahl mit dunkelrotem Plastik. In diesem Moment sah sie wieder die Gesichter ihrer Eltern, die zu frueh von der Arbeit nach hause gekommen waren. Sie hatte sie nicht gehoert, weil sie die Musik zu laut aufgedreht hatte. Sie hassten das, ja sie selbst bevorzugte die Stille die sie jetzt umgab. Doch sie hatte sie gebraucht, die Musik, weil sie sich gefuerchtet hatte. Doch jetzt nicht mehr. Auch wenn ihre Eltern sie immer noch wie einen Teenager behandelten, sie war aelter jetzt; und sie wusste was sie tat, tun wird, jetzt.
Sie setzte die scharfe Seite des Messers auf ihre zarte Haut zwischen der Wunde und ihrer Hand. Jetzt wusste sie wie es war, sie brauchte keine Angst mehr zu haben.
Ganz langsam begann sie kleine Schnitte in ihre Haut zu ritzen. Schon fiel der erste Tropfen ihres warmen Blutes auf die Steinplatte unter ihr als sie aufsah und ihn erblickte. Zu weit weg, um ihn genau zu erkennen, doch sie wusste dass er es war. Er war hier, um sie zu retten, sie mitzunehmen und er wuerde sie nie wieder verlassen. Traenen rollten ihre Wangen herrunter wie das Blut an ihrem Arm. Sie hatte es so geliebt wenn er sie mit seinem warmen Lippen dort gekuesst hatte. Zuerst auf ihrer Stirn, dann auf ihrer Schlaefe und dann, entlich, hatte er ihre Wange ganz sanft beruehrt.
Sie spuerte die Kaelte, die sich tief in ihr ausbreitete und er stand immer noch dort, unbeweglich am selben Platz. In ihrem Kopf begann der schwache Kampf zwischen Waerme und der Dunkelheit, die sie umhuellte. Und jenes Bild, dass sie so verbannt hatte in ihrer Erinnerung, erschien wieder wie nur manchmal in ihren Traeumen. Es war das Bild von ihm, getraenkt in Blut.
"Und das Blut wird uns zusammenfuehren, fuer immer." Ihre Augen starrten auf ihn als ihre Lippen sich nur schwach bewegten. Doch es stand nur da und bewegte sich nicht. Selbst als ihre Lider ihre Augen bedeckten sah sie ihn noch stehen dort, unbeweglich, so wie sie ihn gehalten hatte in ihren Armen. Sie hatte die Waerme seines Blutes in ihrem Schoss gespuert als er noch zitterte. Sie hatte ihn mit ihrem Koerper erwaermen wollen aber er war ihr entglitten. Zu lange war es nun her dass die ihn nicht gesehen hatte, doch jetzt war er gekommen und...

ENDE

(c) Unbekannt



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung